Der Fluss

Stetig, gar beruhigend ist es am Fluss. Seine Ufer erlauben uns ihm zuzusehen.
Regen wühlt ihn auf, bewegt ihn schnell, manchmal gar reißend durch die Furchen
der Erde. Doch nach jedem Regen, stellt sich wieder Ruhe ein, fließt er wieder
langsam durch die Narben der Erde. Es scheint fast, als könnte nichts ihn halten,
niemand seinen Lauf stören. Bewegt sich ungeachtet von jedwedem Einfluss einfach
fort. Doch so ist nur der oberflächliche Eindruck, den er zu wahren versucht.

Ein Sturm reißt Bäume, blockiert ihn mit Leichtigkeit, hält ihn gefangen für bestimmte
Zeit. Wann wird er sich über dieses Hindernis bewegen, wann über das Ufer schlagen
und wieder seines Weges gehen? Ist der Schaden gering, gelingt es ihm, sich nicht dem
völligen Stillstand auszuliefern. Flüchtet er sich durch die kleinen Spalten zwischen
den Stämmen, hält sich in Bewegung. Doch findet sich auch durch die Stämme kein
Ausweg, hört er auf, bleibt stehen im undurchdringlichen Nichts.
Dreht sich hilflos in dem kleinen Käfig, der ihm geblieben.

Was wird geschehen? Wird er wild und ohne Rast, immer wieder gegen die Stämme
preschen? Ob er irgendwann einsehen wird, dass er einfach nur zur Ruhe kommen
muss? Dem Lauf der Dinge überlassen, wieder Freiheit findet? Jene, die er braucht
um im Gleichgewicht zu sein. Fragt er sich wohl, ob dieser Stillstand ihm von
Nutzen sein könnte? Oder nimmt er es ignorant hin und wartet einfach bis es wieder
weiter geht? Wird er sich in diesem Gefängnis besinnen, vielleicht daran wachsen,
gar das Hindernis überwinden? Der Fluss lässt sich nicht ewig halten,
die Zeit wird ihm dabei behilflich sein – doch kannst das auch du?

Anmerkung:
Dies schrieb ich am 15. Mai 2010. Ich wachte an diesem Morgen auf
und wusste das nicht sein wird, was ich mir gewünscht.

Damals dazu gehört:
#Nachtblut mit “Antik” und
fetisch:Mensch mit “Lass mich” //
“Soll ich dir helfen mich weg zu schicken,
dir helfen, mich zum Bleiben zu bewegen?”
Beim übertragen gehört:
#Subway to Sally mit “Wehe Stunde”

~ von elyrai am 5. Februar 2011.

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